iOS 2

Budgetverwaltung auf dem iPhone

Ich gehöre definitiv zu den Menschen, die immer genau wissen wollen, wie viel Geld sie zurzeit haben. Auf dem iPhone gibt es hierfür diverse Apps, die diesen Job mehr oder minder gut erledigen. Ich möchte heute drei davon vorstellen, die ich über mehrere Monate getestet habe.

Vor ein paar Wochen hat Konstantin schon numbrs vorgestellt. Numbrs erlaubt jedoch richtiges Banking über die Verknüpfung zu Konten, worin es sich von den heutigen drei Apps unterscheidet, denn diese sind auf die manuelle Eingabe der Beträge ausgelegt. Man könnte meinen, das wäre ein Nachteil, aber es hat gewisse Gründe, weshalb ich gerade nicht eine App wie numbrs oder iOutBank benutze, und ich bin mir sicher, dass ich damit nicht alleine bin.

Moni

Moni kaufte ich bereits im Sommer 2012 und benutzte es für kurze Zeit, bis ich es irgendwann vergaß und später löschte. Im September 2013 stieß ich dann erneut auf Moni und gab der App eine zweite Chance. Ich gewöhnte mir an, alles, was ich ein- und ausgab direkt dort einzutragen, was nach ein paar Tagen auch gut klappte.

Die App ist sehr einfach aufgebaut, was mir schon immer gefiel. Eines der für mich wichtigsten Elemente, eine aktuelle Budgetübersicht, befindet sich ganz oben und ist so gut wie immer sichtbar. Rechts und links unten befinden sich Plus und Minus Buttons zum Eintragen neuer Beträge. Unter der Übersicht sind alle Transaktionen aufgelistet.

Ein weiteres, nützliches Detail von Moni ist, dass man verschiedene Konten anlegen kann. Zum Beispiel habe ich ein Konto für mein Bargeld und eins für das Geld, was ich auf der Bank habe. Die Übersicht ist die Summe aus allen Konten und in der Liste darunter sind alle Transaktionen von allen angelegten Konten aufgelistet. Man kann unten durch Wischen zwischen den Konten wechseln und durch hochziehen des Feldes zu einer Übersicht des Geldes des jeweiligen Kontos und eine Liste der Transaktionen von genau diesem Konto gelangen. So kann man zum Beispiel jederzeit sehen, wie viel Bargeld man hat, ohne nachzählen zu müssen – vorausgesetzt natürlich, man hat auch immer ordentlich buchgeführt.

Bei der Eingabe eines neuen Betrags kann man in Moni lediglich eine Notiz hinzufügen, Kategorien gibt es nicht. Man muss für sich selbst entscheiden, wie man das findet. Ich persönlich fand es meistens relativ angenehm, nicht immer erst eine passende Kategorie finden zu müssen, jedoch bringen Kategorien wirklich nette Dinge wie Statistiken mit sich. Hier können andere Apps punkten. Auch ist nicht alles einfach zu erreichen, was durch viele verschiedene Elemente zustande kommt und nur mit unnötig vielen Taps oder fingerverdrehenden Swipes möglich ist. Des Weiteren ist Moni nicht an iOS 7 angepasst, was sich auch im Design widerspiegelt. Es ist trotzdem hübsch und größtenteils flat, könnte aber ein kleines Update gut vertragen.

Moni ist eine sehr einfache App zum manuellen Verwalten des eigenen Budgets. Schnelles Eintragen ist sehr gut möglich, während genaueres Navigieren in der App umständlich werden kann. Die App ist momentan sogar kostenlos im AppStore erhältlich.

moni

Spendee

Irgendwann im Dezember letzten Jahres wurde ich auf Spendee aufmerksam und kaufte es. Es bot ein iOS7-optimiertes Design, Kategorien und Statistiken.

Spendee ist ähnlich wie Moni aufgebaut. Unten in der Mitte kann man einen neue Transaktion eingeben, links daneben ist der sogenannte „Feed“, eine in Monate eingeteilte Liste aller Transaktionen, und rechts die Statistiken. Drückt man auf das Plus gibt man zunächst einen positiven oder negativen Betrag an und wählt anschließend eine Kategorie aus. Zusätzlich kann man Transaktionen sich in gewissen Abständen wiederholen lassen, eine Notiz oder ein Foto hinzufügen.

Was ich an Spendee wirklich mag, sind sie Statistiken. Man kann sich einen Graphen der letzten Woche, des letzten Monats, der letzten 3 Monate und eines bestimmten Jahres anzeigen lassen, sowie sehen, wie sich die Einnahmen und Ausgaben in die verschiedenen Kategorien aufspalten. Hier bekommt man ein hübsches, buntes Kreisdiagramm und weitere interessante Informationen bereitgestellt.

Eine große Schwachstelle von Spendee ist für mich, dass es keine Budgetübersicht gibt. Der einzige Weg, an eine etwaige Alternative zu gelangen ist über Overview > Kalender Icon oben links > Year. Wenn man jetzt genau hinguckt merkt man, dass das nicht mal eine Übersicht des gesamten Geldes ist, sondern nur des Geldes des ausgewählten Jahres, weil kein größerer Zeitraum einstellbar ist. Kommt es also zu einem Jahreswechsel, fällt dieser umständliche Weg zu einer selbsterdachten Alternative schließlich auch weg. Das ist auch der Grund, weshalb ich seit dem 1.1.2014 Spendee nicht mehr benutze.

Außerdem kann man keine Kategorien hinzufügen, sondern nur die Namen der Bestehenden ändern. Die Icons bleiben aber. Spendee ist zusätzlich zwar an iOS7 designtechnisch zum Beispiel durch die verschmolzene Statusleiste angepasst, fühlt sich aber meiner Meinung nach nicht iOS7-like an, fast etwas kindlich.

Spendee mag dem ein oder anderen gefallen und punktet mit erstaunlich guten Statistiken. Für mich fehlen aber leider essentielle Features. Der Preis von 1,79€ ist trotzdem gerechtfertigt.

spendee

Finances

Nachdem ich Spendee nicht mehr benutzen konnte, nutzte ich Moni bis ich vor etwa einer Woche auf Finances stieß. Seitdem bin ich immer wieder glücklich, wenn ich Geld ausgebe oder welches bekomme, um es direkt eintragen zu können.

Finances ist die Budgetverwaltungsapp, auf die ich die letzten Monate gewartet habe. Was mir zuerst auffiel, war das Icon und das Interface auf den Screenshots im AppStore. Beides spiegelt iOS7  in sich wieder, das flache Icon mit dem Dollarzeichen auf grünem Untergrund passt perfekt in das Schema der anderen Standardapp-Icons. Man fühlt sich in der App wohl, gut aufgehoben, es fühlt sich so an, als wäre sie auf dem iPhone vorinstalliert gewesen, weil sie so subtil-hübsch ist. Man ist die Schrift, die Farben und den Aufbau gewohnt, was wirklich angenehm ist.

Die Transaktionen sind hier in Monate unterteilt. In der Jahresübersicht sieht man bei den jeweiligen Monaten auch direkt eine Zusammenfassung der in diesem Monat vorzufindenen Ein- und Ausgaben. Die Monate sind wiederum in Tage unterteilt. Das iOS7-inspirierte Design harmoniert perfekt mit den Farben der verschiedenen Kategorien.

Über das Plus unten links fügt man eine Transaktion hinzu. Dazu wählt man direkt die Kategorie aus, fügt eine Notiz hinzu oder lässt das Ereignis sich wiederholen. Rechts daneben befinden sich die Statistiken, wo auch eine Übersicht des aktuellen Gesamtbudgets zu finden ist, sowie weitere Dinge wie das Einkommen und die Ausgaben der letzten Woche, des letzten Monat und des letzten Jahres. Über das nächste Feld ruft man einen einen Graphen für selbst bestimmbare Zeiträume auf, und über das letzte kann man sehen, wie sich die Ein- und Ausgaben auf die verschiedenen Kategorien mittels Balkendiagrammen verteilen. Diese Funktionen sind jedoch nur in der Vollversion verfügbar. Finances ist kostenlos im AppStore erhältlich und deshalb nur eingeschränkt nutzbar, für 3,59€ sind alle Funktionen per In-App Kauf freischaltbar.

Ein nettes Detail sind Kategorien, die man selbst erstellen kann. Name eingeben und Farbe wählen, fertig. Ganz einfach. Außerdem gibt es einige kleine Animationen, die die Benutzung noch etwas versüßen.

Ich bin wirklich zufrieden mit Finances aber sehe auch noch Potential. Beispielsweise würde ich weitere Verfeinerungen und Möglichkeiten der Darstellung in den Statistiken dankend annehmen.

finances

Fazit

Es hat etwas gedauert, bis ich die für mich perfekte Budgetverwaltungsapp gefunden habe, aber es hat sich gelohnt. Mit Finances bin ich rundum zufrieden und kann es jedem ans Herz legen. Ich denke aber auch, dass diese drei Apps sehr verschieden sind und hoffe, dass hier für jeden etwas dabei ist.

Übrigens: Wer bereits eine dieser drei Apps oder eine anderen Budgetverwaltungsapp verwendet und jetzt wechseln will: Viele Apps bieten an, die Daten in .csv Format zu exportieren und zum Beispiel in Spendee und Finances können diese Daten dann auch importiert werden.

Update vom 16.03.14:

Gestern wurde Moni auf Version 2.0 aktualisiert und bietet nun ein neues, frisches und vor allem flaches Design, weitere Optimierungen und eine Option zum Sync mit eurem Computer. Ein wirklich schönes Update und alles immer noch kostenlos.

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2 Kommentare

  • Peter sagt: 4. April 2014 um 13:44

    Hallo
    Habe „Finances“ gesucht. Im iTunes Store und auch im Web, nichts. Wer macht die App? Gibt’s einen Link?

    LG

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